Innovative Maritime Technologien
Die Maritimen Technologien sind von hoher strategischer Bedeutung bei der Unterstützung der gesamten deutschen Wirtschaft bei der Beschaffung von Rohstoffen und Wirtschaftsgütern. Die hohe Kompetenz der maritimen Wirtschaft zeigt sich insbesondere in den Bereichen Spezialschiffstechnik, Produktion sowie bei Sicherheits- und Umweltschutzsystemen. Auf dem hart umkämpften Markt kann der Know How-Vorsprung nur durch stetige Forschungs- und Entwicklungsanstrengungen gehalten werden.
Schiffbau und Meerestechnik - eine Hightech-Branche
Schon in der Antike war das Meer Handelsweg und Nahrungsquelle. Mit der Globalisierung avancieren die Ozeane zunehmend auch zum Rohstofflager - und bieten neue Möglichkeiten für Schiffbau und meerestechnische Industrie gleichermaßen.
Der deutsche Schiffbau ist eine echte Hightech-Industrie: Kreuzfahrt- und Marineschiffe weisen eine technische Komplexität auf, die selbst von Flugzeugen oder Kraftwerken nicht übertroffen wird. Die Investitionen in Forschung und Innovation, die etwa 10 % des Umsatzes betragen, fallen entsprechend hoch aus. Durch systematische Integration neuer Technologien im Schiffbau wurden in den vergangenen Jahren Produktivitätssteigerungen möglich, die die Erfolge des europäischen Flugzeugbaus sogar übertreffen.
Am Grunde der Weltmeere liegen unerschlossene Fördergebiete für Öl und Gas und mineralische Rohstoffe. Die Tiefseeförderung zur Nutzung dieser Ressourcen stellt extreme Anforderungen an die Technik und gilt weltweit als eine der größten High-Tech-Herausforderungen überhaupt. In den nächsten Jahrzehnten werden die Öl- und Gasressourcen aus eisbedeckten Gebieten der Arktis, vor allem in der Barentssee, eine zunehmende Rolle für die Energieversorgung in Europa und den USA spielen. Auch Gashydrate rücken als neue Energieträger aus dem Meer ins Blickfeld des internationalen Interesses.
Schiffbau und Meerestechnik sind integrative Branchen, die bei der Fertigung von High-Tech-Produkten praktisch alle Querschnittstechnologien unter extrem anspruchsvollen Randbedingungen einsetzen. Maritime FuE setzt dabei auf neue Materialien (für die Transportsicherheit und den Ressourcen schonenden Leichtbau), auf optische Technologien (etwa für die Präzisionsfertigung von Großstrukturen), auf IuK-Technik (für das virtuelle Schiffsdesign und die Simulation der Schiffbauproduktion unter Einbeziehung der gesamten Wertschöpfungskette), auf Mechatronik (bei Fertigung und Bordsystemen), auf Brennstoffzellentechnologie (für Unterwasserfahrzeuge) und auf Satellitennavigationssysteme (für die Verbesserung der Schiffssicherheit). Um der deutschen maritimen Industrie die Entwicklung und den Einsatz von High Tech zu erleichtern, die Wettbewerbsfähigkeit auf dem Weltmarkt zu verbessern und wettbewerbsfähige Arbeitsplätze zu sichern, wird die Bundesregierung Forschung, Entwicklung und Innovation mit ihren Förderprogrammen auch künftig mit erheblichen Mitteln fördern. Die Konzentration der maritimen FuE- und Innovationsförderung im BMWi ermöglicht eine durchgängige schiffbauliche Innovationsförderstrategie. Sie schlägt die Brücke von der universitären Grundlagenforschung über die industrielle Forschung bis hin zur Umsetzung in marktfähige Produkte.
Die Förderung von Forschung, Entwicklung und Innovation in den maritimen Technologien ist Teil der Hightech-Strategie der Bundesregierung.
