IKT für Elektromobilität
Beim Förderschwerpunkt "IKT für Elektromobilität" steht die Nutzung moderner Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) für Elektrofahrzeuge im Vordergrund. IKT spielt eine entscheidende Rolle sowohl bei der Anbindung an das Stromversorgungssystem zum Aufladen der Batterien als auch für Modelle des Übergangs auf andere Verkehrsträger wie Busse und Bahnen wegen der bislang begrenzten Reichweite.
Die Elektromobilität führt zwei Branchen zusammen, die bisher kaum miteinander verknüpft waren, die Fahrzeug- und Energieversorgungswirtschaft. An der Schnittstelle zwischen Elektrofahrzeug und Stromnetz können moderne IKT wichtige Beiträge leisten. IKT ermöglicht die optimierte Steuerung von Betriebs-, Abrechnungs- sowie Controllingprozessen und sorgt für den Austausch der notwendigen Informationen zwischen Verkehrsnetz, Energieversorgung und Elektrofahrzeugen, z.B. für die Routen- und Ladeplanung, der Überwachung des Batterie- und Ladezustands, aber auch für die spätere Netzintegration von Elektrofahrzeugen in intelligente Stromnetze (sog. "Smart Grids"). Durch geeignete Steuerungsmechanismen könnten Elektrofahrzeuge in Zukunft zusätzlich als mobile Stromreserve genutzt werden, die Strom in Zeiten hoher Nachfrage ins Verteilnetz zurückspeisen.
Darüber hinaus erfordert die begrenzte Reichweite heutiger batteriebetriebener Elektrofahrzeuge neue IKT-basierte Geschäftsmodelle zur Gewährleistung von Mobilität, z.B. integrierte Angebote für den reibungslosen Übergang auf andere Verkehrsträger wie Busse und Bahnen.
Um das Potenzial moderner IKT für den Bereich Elektromobilität zu untersuchen, fördert das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) in fünf Modellprojekten die Entwicklung und Erprobung IKT-basierter Schlüsseltechnologien, Geschäftsmodelle und Dienste für die Kommunikation, Abrechnung, Identifikation, Navigation sowie das Batterie- und Lademanagement von Elektrofahrzeugen. Das BMWi stellt hierfür im Zeitraum 2009-11 rd. 47 Mio. Euro im Rahmen des Konjunkturpakets II zur Verfügung, so dass aufgrund der Eigenmittel der Industrie ca. 100 Mio. Euro mobilisiert werden.
MEMO -Mediengestützte Lern- und Kollaborationsdienste für Elektro-Mobilität
Die Elektro-Mobilität wird die Automobilbranche nachhaltig verändern. Um die rund 40.000 Kfz-Werkstätten in Deutschland auf diesem technologischen Wandel frühzeitig vorzubereiten und entsprechende Wissensplattformen bundesweit sicherzustellen, hat das BMWi nach einem zuvor ausgeschriebenen Teilnahmewettbewerb das Projekt "MEMO -Mediengestützte Lern- und Kollaborationsdienste für Elektro-Mobilität", gestartet.
Das Projekt soll den vom BMWi geförderten Forschungsschwerpunkt "IKT für Elektromobilität" speziell im Bereich der Aus- und Weiterbildung technologisch ergänzen. Das Wissen, das heute und morgen dabei entsteht, muss schnell über die neuen Medien in die Fläche gebracht werden.
Das bestehende, professionelle System der Aus- und Weiterbildung im Handwerk wird daher um Cloud-Technologien in Verbindung mit Web 2.0 orientierten Diensten ergänzt. Diese sollen Informationen zu neuen Produkten, Methoden und Verfahren der Elektro-Mobilität vermitteln, Lernspiele beinhalten, die direkte Befragung von Experten ermöglichen, "Shared Services" anbieten, zielgruppenspezifische Herangehensweisen für die Generation 50+ sowie Zertifizierungsmöglichkeiten bereitstellen. Das MEMO-Konzept ist dabei offen angelegt, d.h. die Dienste lassen sich in die Angebote der Bildungsanbieter und Kammern einbinden, so dass die Nutzer auf die ihnen vertrauten Anlaufstellen zurückgreifen können.
Das Projekt MEMO hat eine Laufzeit von 2010 bis 2013. Das Gesamtvolumen beträgt 4 Mio. Euro und das Fördervolumen beträgt ca. 2,7 Mio. Euro.