E-Energy: IKT-basiertes Energiesystem der Zukunft
Klimawandel, steigende Energienachfrage und knapper werdende fossile Rohstoffe verlangen neue Weichenstellungen, damit auch in Zukunft die Energieversorgung wirtschaftlich und umweltverträglich gestaltet werden kann. Die Versorgung mit elektrischer Energie von der Erzeugung über die Verteilung bis hin zum Verbrauch muss so optimiert werden, dass die Wirtschaftlichkeit erhöht, der Anteil erneuerbarer Energien ausgebaut und Treibhausgasemissionen reduziert werden können. Einen Beitrag zur Lösung dieser Optimierungsaufgabe können moderne Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) leisten. Sie bieten die erforderlichen Informationsnetzwerke und intelligenten Systeme für die Analyse und Verarbeitung von Daten.
Hier setzt die Fördermaßnahme "E-Energy" an. Mit ihr wird erstmals ein "Internet der Energie" mit ganz neuen Problemlösungsansätzen entwickelt und in konkreten Praxisszenarien erprobt. Unter seinem Dach werden IKT-Produkte, -Verfahren und -Dienstleistungen entwickelt und erprobt, mit denen die Energieeffizienz und Versorgungssicherheit erhöht und der Klimaschutz gestärkt werden sollen. Außerdem sollen mit "E-Energy" neue Beschäftigungsfelder und Märkte an der Schnittfläche von Energie- und IKT-Wirtschaft erschlossen werden. Die Elektrizitätssparte wurde als Einstieg gewählt, weil hier die Herausforderungen an Echtzeitinteraktionen und Computerintelligenz wegen der begrenzten Speicherfähigkeit von Strom besonders groß sind.
Der Erfolg von "E-Energy" hängt nicht nur von technischen Fortschritten, sondern auch vom organisatorischen und regulatorischen Know-How ab. Daher werden die im Rahmen von FuE-Förderprojekten entwickelten neuen "E-Energy"-Systeme vor der breiten Anwendung in der Stromwirtschaft sowohl auf der Technik- als auch Marktebene zunächst in 6 ausgewählten Modellregionen praxisnah und umfassend erprobt. Hier werden integrative IKT-Systemkonzepte entwickelt, die das Gesamtsystem der Elektrizitätsversorgung von der Erzeugung über Transport und Verteilung bis hin zum Verbrauch optimieren. Außerdem sollen mit Hilfe einer Begleitforschung zu "E-Energy" die Erfahrungen der Modellregionen gebündelt und das gesamte gewonnene Erfahrungswissen bereitgestellt werden. Dazu gehören auch der Wissensaustausch mit Dritten und der frühzeitige Know-how-Transfer von den Modellregionen in die Fläche.
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) fördert vier Modellregionen und stellt dafür bis zu 40 Mio.Euro bereit. Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) ergänzt diese Förderanstrengungen mit der Unterstützung von zwei weiteren Modellregionen. Insgesamt werden Fördermittel in Höhe von bis zu 60 Mio.Euro zur Verfügung gestellt werden. Von den beteiligten Unternehmen werden noch einmal rd. 80 Mio. Euro aufgebracht, so dass insgesamt rund 140 Mio. Euro für den beschleunigten Anschub des neuen Innovationsbereichs "E-Energy" mobilisiert werden.
"E-Energy" wurde aufgrund seiner innovationspolitischen und volkswirtschaftlichen Bedeutung auf dem IT-Gipfel der Bundeskanzlerin im Dezember 2006 und 2007 zum nationalen Leuchtturmprojekt erklärt.
Laufzeit: 2. Halbjahr 2008 - 2012
Gesamtvolumen: 140 Mio. Euro
Fördervolumen: 40 Mio. Euro (BMWi) + 20 Mio. Euro (BMU)
