eKompetenz-Netzwerk für Unternehmen
Hilfestellung beim Einsatz von IKT- und E-Business-Lösungen
Bekanntmachung der Förderinitiative vom 17. November 2011
Die Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) spielen eine entscheidende Rolle für den Hightech-Standort Deutschland und wirken als Wachstumsbeschleuniger für viele Branchen. So sind in der Hightech-Strategie der Bundesregierung sowie in der IKT-Strategie der Bundesregierung "Deutschland Digital 2015" Ziele und Maßnahmen benannt, die auch im Fokus der Förderung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) stehen. Das BMWi verfolgt das Ziel, Unternehmen beim intelligenten Einsatz von IKT und somit bei der Stärkung ihrer Wettbewerbsfähigkeit zu unterstützen.
Mit der Förderinitiative "eKompetenz-Netzwerk für Unternehmen" möchte das BMWi Unternehmen dabei unterstützen, ihre IKT-Kompetenz zu verbessern und ihre Geschäftsprozesse zu digitalisieren. Es sollen Aktivitäten gefördert werden, die vorwettbewerbliche Informationen zu modernen IKT-Anwendungen und den passgenauen Wissenstransfer in Unternehmen hinein liefern. Ebenso ist für die Sicherung der Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit eine wissensorientierte Unternehmensführung von entscheidender Bedeutung.
1 Handlungsbedarf und Förderziele
1.1 Hintergrund und Handlungsbedarf
Zunehmend werden wirtschaftliche Interaktionen in allen Geschäftsbereichen mit Hilfe des Internet vollzogen, digitale Medien durchdringen die alltägliche Arbeit. IKT stellt eine Querschnittstechnologie dar, deren Nutzung integraler Bestandteil von Wirtschaft und Gesellschaft geworden ist.
Eine integrierte, IKT-gestützte Abwicklung der Geschäftsprozesse eines Unternehmens ist unabdingbare Voraussetzung für eine erfolgreiche Teilhabe am nationalen und internationalen Wettbewerb. Um hier den Anschluss nicht zu verlieren, müssen Unternehmen eine entsprechende IKT-Infrastruktur aufbauen und nutzen.
In immer kürzeren zeitlichen Abfolgen kommen neue Technologien und entsprechende Produkte und Dienstleistungen auf den Markt. In deren Folge ist die Angebotspalette für IKT-Lösungen nur schwer oder gar nicht mehr überschaubar. Gleichzeitig werden Unternehmen zunehmend mit Anforderungen von Geschäftspartnern (Auftraggebern oder Lieferanten) bzw. der öffentlichen Verwaltung konfrontiert, die eine durchgehend digitale Abwicklung der Geschäftsprozesse erwarten und häufig spezifische Schnittstellen bzw. Kompatibilität zu spezieller Software voraussetzen.
In diesem Zusammenhang sind Großunternehmen aufgrund ihrer Ressourcen eher in der Lage, in Bereiche zu investieren, die nicht zum direkten zentralen Geschäftsfeld des Unternehmens gehören, wie z. B. der IKT-Infrastruktur. In kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) und Handwerk hingegen sind die erforderlichen IKT-Kompetenzen kaum oder nur bedingt vorhanden. Oftmals fehlen die finanziellen, zeitlichen, organisatorischen und personellen Ressourcen. Sie können den genannten Herausforderungen aus Kapazitätsgründen nicht ausschließlich aus eigener Kraft begegnen.
Dabei bilden gerade KMU und Handwerk in gesamtwirtschaftlicher Perspektive einen wesentlichen Anteil an Beschäftigung und Wertschöpfung in Deutschland und sind damit von zentraler Bedeutung für die Wirtschaftsstruktur der Bundesrepublik Deutschland. So umfasst diese Unternehmensgruppe laut aktueller Betriebsgrößenstatistik rund 99,7% aller umsatzsteuerpflichtigen Unternehmen, die ca. 60% aller sozialversicherungspflichtigen Erwerbstätigen beschäftigen und rund 38% aller Umsätze erwirtschaften. Zudem decken sie einen wesentlichen Teil des Ausbildungsbereichs ab. KMU lassen sich somit als Motor für Wachstum und Beschäftigung sowie als Rückgrat einer funktionierenden Marktwirtschaft in Deutschland charakterisieren.
Somit benötigen vor allem KMU und Handwerk qualifizierte Unterstützung. Hierfür bedarf es einer kompetenten, neutralen und gleichzeitig vertrauenswürdigen Anlaufstelle, der sich die Unternehmen mit ihren spezifischen Fragen im Bereich IKT- bzw. E-Business-Lösungen anvertrauen können. Diese Stelle soll gleichzeitig die Funktion eines Lotsen zwischen Anwendern und Dienstleistern übernehmen, sowohl Beratungs-Dienstleistern, die bei der Auswahl von konkreten Lösungen für den E-Business-Bereich unterstützend tätig werden, als auch IKT-Dienstleistern, die entsprechende IKT-Lösungen bei den Unternehmen installieren und diese bei der Einführung unterstützen.
Darüber hinaus wächst in Unternehmen zunehmend das Bewusstsein, dass der Erfolg eines Unternehmens entscheidend von seiner Lernfähigkeit abhängt. Gründe dafür sind zum einen die verschärfte globale Wettbewerbssituation sowie zum anderen die Entwicklung und Verbreitung der neuen Informations- und Kommunikationstechnologien, die ständig neue Möglichkeiten für das Management von Informationsressourcen sowohl innerhalb eines Unternehmens als auch zwischen diesem und der Umwelt bieten.
Um die Ressource Wissen effizient zu nutzen, muss sowohl das Wissen der Mitarbeiter als auch des Unternehmens insgesamt erschlossen und organisiert werden. Durch die Nutzung von IKT können Unternehmen das stetig wachsende Informationsvolumen bewältigen und für die unternehmerischen Entscheidungen bereitstellen.
Die Fördermaßnahme soll daher den Unternehmen auch Unterstützung anbieten, die diese beim Management von Wissensressourcen benötigen.
1.2 Förderziele
1.2.1 Technologietransfer
Das wirtschaftspolitische Ziel der Bundesregierung ist die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen. Zu diesem Zweck soll mit der Förderinitiative der Transfer aktueller Entwicklungen und Erkenntnisse aus dem Bereich der betriebswirtschaftlichen Informations- und Kommunikationstechnik gefördert werden.
Für den Transfer sind die Informationen vor allem auch KMU-gerecht aufzubereiten [1].
Folgende Aspekte sind dabei ausschlaggebend:
IKT durchdringt zunehmend alle Unternehmensbereiche. Daher sind das Erkennen und der Transfer von aktuellen technologischen Entwicklungen ein wichtiges förderpolitisches Ziel. Insofern ist ein bedarfsgerechter und sinnvoller Einsatz von IKT in Unternehmensprozessen aufzuzeigen.
Eine rasante technologische Entwicklung führt zu immer neuen Anwendungen, die in kürzester Zeit auf den Markt kommen. Viele Unternehmen, speziell KMU und Handwerk, sind auf kompetente neutrale Ansprechpartner angewiesen, die für sie eine Art Lotsenfunktion in dieser Angebotsvielfalt wahrnehmen.
Mit der zunehmenden Nutzung von IKT im Unternehmensalltag gehen Risiken einher und können Probleme entstehen, die aus Unkenntnis und fehlendem fachlichen Zugang nicht beachtet werden. Ziel ist es deshalb, eine - auch für KMU und Handwerk verständliche - fachliche Ansprache zu leisten und damit eine weitere Sensibilisierung zu erreichen.
Die Unternehmen sollen über den sinnvollen Einsatz von IKT-Anwendungen in ihrem Unternehmen informiert und somit befähigt werden, bei der Beauftragung von sowie der Zusammenarbeit mit privatwirtschaftlichen Dienstleistern als kompetente Gesprächspartner bzw. Auftraggeber zu agieren.
Mit Hilfe der Fördermaßnahme soll auf lange Sicht bei den Unternehmen ein ausgeprägtes Bewusstsein für die Bedeutung von IKT für die Effizienz ihrer Geschäftsprozesse geschaffen und sie befähigt werden, entsprechende Technologien im eigenen Unternehmen erfolgreich einzusetzen
1.2.2 Kompetenzzentren
Im Rahmen der Förderinitiative "eKompetenz-Netzwerk für Unternehmen" sollen regionale "Kompetenzzentren" mit Kompetenzen auf dem Gebiet der IKT sowie einem guten Zugang zu Unternehmen geschaffen werden. Aufgabe dieser Kompetenzzentren ist der Transfer aktueller Entwicklungen aus Wissenschaft und Praxis (z. B. aus dem bereits erprobten Einsatz von Anwendungen in Großunternehmen) im Bereich der betriebswirtschaftlich relevanten Informations- und Kommunikationstechnik in Unternehmen.
Diese Kompetenzzentren sollen zu einem Netzwerk zusammengefasst und auf diese Weise sichergestellt werden, dass ein Austausch von Erfahrungen und Informationen sowie ein bedarfsgerechter und qualifizierter Technologietransfer in großer thematischer Breite bundesweit erfolgen kann.
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[1] Für eine KMU-gerechte Aufbereitung der Informationen sind folgende Adressaten zu berücksichtigen:
- KMU und Handwerk mit weniger als 500 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von unter 50 Mio. Euro, hierbei insbesondere kleine Unternehmen mit weniger als 50 Beschäftigten;
- E-Business-Einsteiger aus o. g. Zielgruppe, die nur erste Erfahrungen mit IKT aufweisen können;
- Unternehmen aus KMU und Handwerk, die bereits einzelne IKT-Lösungen einsetzen und grundlegende Informationen zu aktuellen Entwicklungen in diesem Bereich benötigen.