Tagesnachricht Nr. 11978 vom 13. Mai 2009
Aus dem Inhalt:
- Deutsch-Thailändischer Gemischter Wirtschaftsausschusses tagt in Berlin
- Workshop des Bundeswirtschaftsministeriums "Intelligent - Innovativ - Integrativ. Herausforderungen der Forschungsförderung für die Logistik" in München
- 1000. Förderzusage für ein Kooperationsprojekt im Zentralen Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) geht an ein Erlanger Unternehmen
- Rohölimporte: März 2009
Deutsch-Thailändischer Gemischter Wirtschaftsausschusses tagt in Berlin
Bundeswirtschaftsminister zu Guttenberg und Vizepremierminister Sabhavasu eröffnen die Sitzung
Der Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, Dr. Karl-Theodor zu Guttenberg, hat heute gemeinsam mit dem thailändischen Vizepremierminister Korbsak Sabhavasu die zweite Sitzung des Deutsch-Thailändischen Gemischten Wirtschaftsausschusses (GWA), die im Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie in Berlin stattfindet, eröffnet. Der Deutsch-Thailändische Gemischte Wirtschaftsausschuss dient dazu, im Austausch von Politik und Wirtschaft Möglichkeiten für den Ausbau der wirtschaftlichen Zusammenarbeit beider Länder zu diskutieren. Ziele sind insbesondere die Verbesserung der bilateralen Wirtschafts- und Geschäftsbeziehungen, die Förderung von Unternehmenskooperation sowie ein schneller Fortschritt bei der Verbesserung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Der Besuch von Vizepremierminister Sabhavasu soll auch dazu genutzt werden, wichtige Wirtschaftsprojekte anzustoßen, mit denen die wirtschaftliche Verflechtung beider Länder noch enger ausgestaltet werden soll.
Bundesminister zu Guttenberg: "Ich freue mich, Vizepremierminister Sabhavasu während seines Deutschlandaufenthaltes im Bundeswirtschaftsministerium begrüßen zu können. Im vertrauensvollen Dialog haben wir Gelegenheit, mit unseren thailändischen Partnern aus Politik und Wirtschaft zentrale Themen unserer bilateralen Wirtschaftskooperationen und handelspolitische Fragen zu besprechen. Mit der zweiten Sitzung des GWA wollen wir zudem der traditionell guten und erfolgreiche Zusammenarbeit mit Thailand neue Impulse gegeben. Ich würde es sehr begrüßen, wenn sich einige der Wirtschaftsprojekte, die wir mit den thailändischen Partnern diskutieren wollen, bald mit deutscher Beteiligung realisieren lassen."
Für Thailand ist Deutschland innerhalb der Europäischen Union der Handelspartner Nummer eins. Das Handelsvolumen zwischen Deutschland und Thailand betrug 2008 ca. 5,9 Mrd. Euro und hat damit im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 3,7 Prozent zugenommen. Der deutsche Export ist 2008 um 3,8 Prozent auf 2,52 Mrd. Euro gestiegen, der Import um 3,6 Prozent auf 3,39 Mrd. Euro. Wichtigste thailändische Exportprodukte nach Deutschland sind Elektronik, Nahrungsmittel sowie Textilien und Bekleidung. Deutsche Ausfuhrgüter nach Thailand sind vor allem Maschinen, chemische Erzeugnisse sowie Elektronik und Elektrotechnik.
Mittlerweile sind etwa 400 deutsche Unternehmen in Thailand vertreten, die sich besonders durch die hohe Qualität deutscher Produkte einen guten Ruf erworben haben. Deutsche Wirtschaftsinteressen richten sich vor allem auf Infrastrukturprojekte, die Automobilindustrie sowie den Umwelttechnologiebereich. Der Bestand deutscher Direktinvestitionen belief sich Anfang 2007 auf 1,24 Mrd. Euro.
Heute Nachmittag findet im Konferenzzentrum des Bundeswirtschaftsministeriums die "Investitionskonferenz Thailand" statt, die durch den Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, Dr. Bernd Pfaffenbach, und den thailändischen Vizepremierminister Korbsak Sabhavasu eröffnet wird. Die "Investitionskonferenz Thailand" ist eine hervorragende Möglichkeit für deutsche Unternehmerinnen und Unternehmer, sich aus erster Hand über Investitionsmöglichkeiten in Thailand zu informieren. Thailändische Behörden und Institutionen, allen voran der "Thailand Board of Investment" (www.boi.go.th) werden Investitionsmöglichkeiten in Thailand vorstellen und interessierten Unternehmerinnen und Unternehmern Fragen rund um das Thema beantworten. Im Anschluss besteht die Gelegenheit, mit den Mitgliedern der thailändischen Wirtschaftsdelegation ins Gespräch zu kommen und Erfahrungen auszutauschen.
Workshop des Bundeswirtschaftsministeriums "Intelligent - Innovativ - Integrativ. Herausforderungen der Forschungsförderung für die Logistik" in München
Auf der Messe transport logistic 2009 in München führt das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) am 12.05.2009 von 13.30 bis 15.00 Uhr im Forum der Halle B 2 den Workshop "Intelligent - Innovativ - Integrativ. Herausforderungen der Forschungsförderung für die Logistik" durch. Die Veranstaltung gibt einen Überblick über die Rahmenbedingungen der Verkehrsforschung, aktuelle Förderinitiativen und einen Ausblick auf zukünftige Forschungslinien des BMWi im Bereich Logistik.
Die Logistik in Deutschland steht vor großen Herausforderungen. Aufgrund der globalen wirtschaftlichen Entwicklung muss sich die drittgrößte Branche Deutschlands flexibel auf sich rasch ändernde Rahmenbedingungen einstellen. Für den Transportsektor sind daher intelligente und innovative Logistik-Lösungen gefragt, die die internationale Wettbewerbsfähigkeit unseres Landes sicherstellen und seine Entwicklung zu einer modernen Logistikdrehscheibe Europas unterstützen. Das neue Verkehrsforschungsprogramm der Bundesregierung nimmt sich der Herausforderungen an. Es identifiziert die Logistik als eine zentrale Säule der Forschungsförderung. Das BMWi hat in den Jahren 2006 und 2007 die Förderschwerpunkte "Intelligente Logistik im Güter- und Wirtschaftsverkehr" sowie "Intelligente Seehafentechnologien - ISETEC II" gestartet.
Die Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Wirtschaft und Technologie und Maritime Koordinatorin der Bundesregierung, Dagmar Wöhrl: "Mit dem Start der beiden Förderschwerpunkte sind wichtige Aktivitäten ergriffen worden, die die Entwicklung innovativer Logistiklösungen unterstützen. Lösungen, die die internationale Wettbewerbsfähigkeit unseres Landes und seine Entwicklung zu einer modernen Logistikdrehscheibe Europas fördern."
Ergebnisse der geförderten Forschungsprojekte werden auf dem Messestand des BMWi in Halle B2 (517/618) präsentiert.
1000. Förderzusage für ein Kooperationsprojekt im Zentralen Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) geht an ein Erlanger Unternehmen
Der Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, zu Guttenberg, stellte am
21. April 2009 fest: "Mit dem Zentralen Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) haben wir den richtigen Nerv getroffen. Das belegt die Vielzahl der Anträge von kleinen und mittleren Unternehmen. Wir unterstützen sie darin, mit der Entwicklung neuer Technologien eine offensive Antwort auf die Herausforderungen der Wirtschaftskrise zu geben."
Die aktuellen Zahlen im ZIM unterstreichen die starke, mit der Krise erfreulicherweise noch gewachsene Innovationsorientierung des Mittelstandes. Allein das ZIM-Kooperationsmodul verzeichnet seit seinem Start am 1. Juli 2008 einen kontinuierlich steigenden Antragseingang, der mit dem Konjunkturpaket II der Bundesregierung weitere Dynamik entwickelt hat: bei der Planung von ursprünglich 200 Anträgen pro Monat gehen jetzt pro Monat 350 FuE-Anträge und weitere 50 Anträge zur Förderung ergänzender Dienstleistungen ein.
Ende April 2009 konnte bereits das 1000. Fördervorhaben im Kooperationsmodul des ZIM bewilligt werden. Die Förderzusage ging an die ERLAS Erlanger Lasertechnik GmbH. Die mittelständische Firma mit 75 Beschäftigten entwickelt und vertreibt Komponenten und Systeme für die lasergestützte Präzisionsbearbeitung von metallischen Werkstoffen, wie z. B. für das Schneiden, Schweißen, Löten und Härten mittels Laserstrahl.
Gemeinsam mit dem Bayerischen Laserzentrum GmbH, Erlangen, will ERLAS einen neuartigen Laser-Bearbeitungskopf in kompakter Bauform entwickeln, mit dem die Festigkeit von laserstrahlhartgelöteten Verbindungen im Karosseriebau deutlich erhöht werden kann.
Das Kooperationsprojekt läuft bis Ende 2010 und wird mit insgesamt 261 T¤ anteilig unterstützt. Allein im Kooperationsmodul des ZIM (weitere Module: Einzelprojekt- und Netzwerkförderung) konnten bis heute Vorhaben mit einem Fördervolumen von 150 Mio. Euro bewilligt werden, an denen über 4500 qualifizierte Fachkräfte arbeiten.
Nähere Beschreibung des 1000. Kooperationsvorhabens unter: www.zim-bmwi.de
Rohölimporte: März 2009
Im März 2009 wurden nach vorläufigen Berechnungen des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) 8,7 Millionen Tonnen Rohöl in die Bundesrepublik Deutschland eingeführt. Das waren 11,3% weniger als ein Jahr zuvor (9,8 Millionen Tonnen). Der Durchschnittspreis für die Tonne Rohöl frei deutsche Grenze betrug im März 265,32 Euro und lag damit um 47,4% unter dem Niveau des entsprechenden Vorjahresmonats (504,26 Euro). Gegenüber Februar (257,66 Euro) ist der Grenzübergangspreis um 3,0% gestiegen. Die deutsche Rohölrechnung belief sich im März auf 2,3 Milliarden Euro und lag damit um 2,6 Milliarden Euro niedriger als im Vorjahresmonat.
Im Vergleich des 12-Monatszeitraums April 2008 bis März 2009 mit der entsprechenden Referenzperiode April 2007 bis März 2008
sanken
die Rohöleinfuhren um 3,3% von 106,6 auf 103,1 Millionen Tonnen;
- fiel die deutsche Rohölrechnung im aktuellen Zeitraum mit 44,2 Milliarden Euro um 1,7 Milliarden Euro niedriger aus;
- lag der Grenzübergangspreis für die Tonne Importrohöl aktuell mit 428,43 Euro (vorher 429,96 Euro) im Schnitt um 0,4% niedriger.
Die 5 wichtigsten von insgesamt 30 Lieferländern (siehe Tabelle!) waren im aktuellen zwölfmonatigen Berichtszeitraum die Russische Föderation (33,5 Millionen Tonnen), Norwegen (16,0 Millionen Tonnen), Großbritannien (13,0 Millionen Tonnen), Libyen (9,8 Millionen Tonnen) und Kasachstan (6,8 Millionen Tonnen). 28,1% der gesamten Rohöleinfuhren stammten im Berichtszeitraum aus britischen und norwegischen Nordseeölquellen; 21,6% wurden aus OPEC-Mitgliedsländern importiert.
Einfuhr nach Ursprungsländern
(vorläufige Zahlen)
| April 2008 bis | April 2007 bis | März 2009 |
Russische Föderation | 33.479 | 33.889 | 3.093 |
Norwegen | 16.020 | 15.829 | 1.684 |
Großbritannien | 12.959 | 14.216 | 1.148 |
Libyen | 9.754 | 11.164 | 605 |
Kasachstan | 6.832 | 7.820 | 620 |
Aserbaidschan | 3.447 | 3.132 | 366 |
Nigeria | 3.256 | 2.334 | 293 |
Algerien | 2.908 | 3.001 | 141 |
Saudi-Arabien | 2.805 | 2.127 | 188 |
Syrien | 2.304 | 3.138 | 119 |
Venezuela | 1.845 | 1.876 | 71 |
Elfenbeinküste | 1.449 | 1.414 | 52 |
Ägypten | 1.199 | 1.226 | 46 |
Angola | 857 | 720 | 79 |
Tunesien | 686 | 89 | 31 |
Niederlande | 622 | 701 | 48 |
Brasilien | 618 | 973 | 11 |
Iran | 447 | 419 | 0 |
Gabun | 259 | 120 | 28 |
Irak | 217 | 153 | 36 |
Polen | 206 | 647 | 19 |
Turkmenistan | 183 | 0 | 0 |
Äquatorialguinea | 140 | 132 | 0 |
Kuwait | 127 | 82 | 0 |
Italien | 108 | 142 | 0 |
Dänemark | 104 | 849 | 0 |
Litauen | 101 | 150 | 6 |
Kamerun | 93 | 0 | 0 |
Trinidad und Tobago | 27 | 0 | 0 |
Mexiko | 22 | 0 | 0 |
Georgien | 0 | 9 | 0 |
Jemen | 0 | 161 | 0 |
V.A.Emirate | 0 | 65 | 0 |
Gesamt: *) | 103.071 | 106.578 **) | 8.684 |
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Durchschnittspreis | 428,43 | 429,96 | 265,32 |
*) Abweichungen in den Summen durch Runden der Zahlen
**) Endgültige Menge nach Jahreskorrektur