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Pressemitteilung
18.3.2008

Die wirtschaftliche Lage in der Bundesrepublik Deutschland im März 2008 [1]

Die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland ist weiterhin aufwärts gerichtet. Stabilisierende Kraft war das Produzierende Gewerbe. Die nach wie vor hohe Wettbewerbsfähigkeit der Industrie und ein gefragtes Produktsortiment sorgen für anhaltende außenwirtschaftliche Impulse. Auch bei dem für eine Verstetigung der Binnenkonjunktur vor allem maßgeblichen privaten Konsum gibt es Anzeichen für eine allmähliche Belebung. Hierfür sprechen nicht nur realwirtschaftliche Konsumindikatoren wie die zuletzt positive Entwicklung der Einzelhandelsumsätze und der Inlandsaufträge der Konsumgüterproduzenten, auch die Verbesserung einiger Stimmungsindikatoren sind hier positive Signale. Die weitere Belebung des Arbeitsmarktes sowie die bisherigen und absehbaren Tariflohnvereinbarungen verbessern die Einkommensperspektiven der privaten Haushalte.

Allerdings ist in Rechnung zu stellen, dass sich vor allem die weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen deutlich verschlechtert haben und die konjunkturellen Risiken dadurch insgesamt größer geworden sind. So wird die Weltwirtschaft auch angesichts eines zu erwartenden starken Wachstumsrückgangs in den USA weniger dynamisch expandieren als bisher. Mit den gravierenden Turbulenzen an den US-amerikanischen und internationalen Finanzmärkten, den zuletzt wieder stärkeren Verschiebungen der Währungsrelationen und dem anhaltenden Anstieg der Rohölpreise haben sich darüber hinaus die Risiken spürbar erhöht. Diese dürften die konjunkturelle Dynamik in Deutschland dämpfen.

Nachdem die Wachstumsdynamik im Produzierenden Gewerbe im vierten Quartal etwas abgenommen hatte, belebte sie sich zu Beginn dieses Jahres mit einem Zuwachs der Erzeugung von preis- und saisonbereinigt [2] 1,8 % wieder spürbar. Kräftige Impulse kamen dabei von der Bauproduktion, die im Januar begünstigt durch die milde Witterung um 11,7 % zunahm. Aber auch die Erzeugung in der Industrie erhöhte sich mit 1,9 % zu Jahresbeginn deutlich. Das Vorjahresniveau wurde arbeitstäglich bereinigt im Januar im Bauhauptgewerbe - hier erstmals seit April 2007 wieder - wie auch in der Industrie mit jeweils 7,4 % überschritten. Hinsichtlich der Perspektiven für das Produzierende Gewerbe zeigen die Indikatoren derzeit ein gemischtes Bild. So sind die Bestellungen in der Industrie im Januar erneut um 1,5 % zurückgegangen, nach 1,1 % im Dezember. In der Tendenz verläuft die Nachfrage zwar uneinheitlich - im Zweimonatsvergleich ist ein leichter Rückgang (-0,4 %), im Dreimonatsvergleich ein deutlicher Anstieg der Bestellungen (+3,8 %) zu verzeichnen. Die Auftragsbücher der Unternehmen sind angesichts der lebhaften Bestelltätigkeit im vierten Quartal 2007 aber noch ausreichend gut gefüllt. Auch dürften Sondereffekte wie ein geringerer Umfang an Großaufträgen und Vorzieheffekte im Hinblick auf das Auslaufen der günstigeren Abschreibungsbedingungen die Bestelltätigkeit aktuell belastet haben. Vor diesem Hintergrund sollte auch die wieder leichte Eintrübung des ifo-Geschäftsklimas im Februar nicht überbewertet werden, zumal der Indikator weiter über seinem langjährigen Durchschnitt notiert. Insgesamt bleiben die Perspektiven für die Industrie per Saldo günstig. Die Aussichten für das Bauhauptgewerbe sind verhalten positiv. Impulse sind hier vom öffentlichen und gewerblichen Bau zu erwarten, während der Wohnungsbau seine Schwächephase noch nicht überwunden hat.

Hinsichtlich des privaten Konsums senden eine Reihe von Indikatoren zu Jahresbeginn positive Signale aus. So erhöhten sich die Einzelhandelsumsätze ohne Handel mit Kraftfahrzeugen und Tankstellen von Dezember auf Januar preis- und saisonbereinigt um 0,7 %. Allerdings weisen die Umsätze im Zwei- und Dreimonatsvergleich weiter abwärts (-0,1% bzw. -1,2%). Andere Indikatoren wie die Zunahme der Inlandsbestellungen bei den Herstellern von Konsumgütern deuten aber ebenfalls auf eine absehbare Belebung des Konsums hin. Dies gilt auch für das ifo-Geschäftsklima im Einzelhandel, das sich im Februar kräftig aufhellte. Das Verbrauchervertrauen der Gesellschaft für Konsumforschung stagnierte im März, tendiert aber weiter leicht über seinem langjährigen Durchschnitt. Mit der anhaltend guten Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt und mit den aktuell höheren Tariflohnabschlüssen haben sich auch die Einkommensperspektiven der privaten Haushalte und damit die Rahmenbedingungen für den privaten Konsum verbessert.

Die Dynamik der Außenhandelsentwicklung hat zu Beginn dieses Jahres deutlich zugenommen. Im Januar erhöhten sich die nominellen Warenausfuhren saisonbereinigt um 3,8 %, nach leicht rückläufiger Entwicklung im November und Dezember. Damit sind die Ausfuhren auch im Zwei- und Dreimonatsvergleich wieder aufwärts gerichtet (+0,6 % bzw. +0,8 %). Der Vorjahresstand wurde zuletzt um 9,0 % (Ursprungswert) überschritten. Bei den nominellen Wareneinfuhren setzte sich im Januar das starke Wachstum fort; mit +4,2 % war der Zuwachs der Einfuhren nur leicht schwächer als im Dezember (+5,4 %). Durch die kräftige Einfuhrdynamik der letzten Monate haben sich die Vorjahresabstände wieder spürbar erhöht. Die Perspektiven für die Entwicklung des Außenhandels bleiben per Saldo günstig. Zwar haben sich die Risiken mit der an den Finanzmärkten wieder gewachsenen Verunsicherung, der weiteren Aufwertung des Euro und den erneut kräftig gestiegenen Rohölpreisen spürbar erhöht. Der überwiegende Teil der Prognostiker geht aber von einer weiter expandierenden Weltwirtschaft aus, wenngleich sich das Expansionstempo verringern dürfte. Die vom Außenhandel ausgehenden Wachstumsimpulse dürften daher schwächer werden.

Der Arbeitsmarkt entwickelt sich weiter ausgesprochen lebhaft. Die in der Tendenz etwas geringere konjunkturelle Dynamik hat sich bislang noch nicht bemerkbar gemacht. So nahm die Beschäftigung im Januar saisonbereinigt um 73.000 Personen zu und damit deutlich stärker als im Dezember (+47.000). Mit 39,59 Mio. Personen (Inlandskonzept, Ursprungszahl) waren zuletzt 519.000 Personen mehr erwerbstätig als im Vorjahr. Der Beschäftigungsaufbau wird dabei auch weiterhin maßgeblich durch die Zunahme der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung getragen. Die Arbeitslosigkeit ging im Februar saisonbereinigt erneut kräftig zurück (-75.000). Mit 3,617 Mio. Arbeitslosen (Ursprungszahl) waren zuletzt 630.000 Arbeitslose weniger registriert als im Vorjahr. Der Arbeitsmarkt erhält auch weiterhin die maßgeblichen Impulse durch die anhaltend positive konjunkturelle Entwicklung. Darüber hinaus wirken sich auch die milde Witterung und das Saison-Kurzarbeitergeld aus.

Die Jahresrate des Verbraucherpreisanstieges liegt auch im Februar mit +2,8 % weiter auf einem hohen Niveau. Maßgebliche Einflussfaktoren sind auch weiterhin der anhaltende Preisauftrieb bei den Energiepreisen und die deutlich gestiegenen Preise für Nahrungsmittel. Die aus der Mehrwertsteuererhöhung resultierenden Effekte auf die Jahresteuerungsrate laufen hingegen seit Jahresbeginn aus. Dies wird die Preisentwicklung im weiteren Jahresverlauf dämpfen. Sofern es zu keinen weiteren Preisschüben durch die Energiepreise kommt und sich keine Zweitrundeneffekte einstellen, dürfte die Teuerungsrate bis zum Jahresende wieder zurückgehen. Ein zentraler Risikofaktor bildet aber nach wie vor die Preisentwicklung auf den Ölmärkten. Zuletzt erreichte der Rohölpreis mit 110 $ je Barrel der Sorte Brent wieder einen neuen historischen Höchststand.

Den Monatsbericht finden Sie auf unter "Weiterführende Informationen".

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[1] In diesem Bericht werden statistische Daten verwendet, die bis zum 17. März 2008 vorlagen.
[2] Wenn nicht anders vermerkt, handelt es sich bei den in diesem Bericht verwendeten saisonbereinigten Angaben um Berechnungen nach dem Verfahren Census X-12-ARIMA.


Weiterführende Informationen

Downloads

Ausgewählte Daten zur wirtschaftlichen Lage

März 2008 PDF: 42,3 KB



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