Handwerk
Politik für das Handwerk
Das Handwerk hat als Wirtschaftsfaktor, Arbeitgeber und "Ausbilder der Nation" große Bedeutung für die deutsche Volkswirtschaft. Die Handwerkspolitik unterstützt Investitionen in Neugründungen, Umstrukturierungen und Erweiterungen von Handwerksbetrieben, die berufliche Aus- und Fortbildung sowie den Technologietransfer. Entscheidend sind günstige gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen, die im Zentrum des finanz- und wirtschaftspolitischen Kurses der Bundesregierung stehen. Gerade die kleinen und mittelständischen Handwerksbetriebe profitieren von günstigen steuerlichen Rahmenbedingungen, niedrigeren Lohnzusatzkosten, Bürokratieabbau und flexiblen Bedingungen auf dem Arbeitsmarkt.
Wirtschaftliche Bedeutung des Handwerks
Das Handwerk umfasst derzeit 975.316 Betriebe (26,1 % aller KMU), in denen fast 4,75 Mio. Erwerbstätige beschäftigt sind. Davon sind 461.502 Auszubildende, das entspricht 30 % der Gesamtzahl der Auszubildenden in Deutschland. Durch seinen erwirtschafteten Umsatz von 487,9 Mrd. ¤ stellt es einen sehr bedeutenden Wirtschaftsfaktor dar. 8,4 % der Bruttowertschöpfung erfolgt im Handwerk.
Die Angebote des Handwerks richten sich an private Verbraucher, Industrie und öffentliche Auftraggeber gleichermaßen. Es ist aber überwiegend im inländischen Markt tätig. Nur rd. 8 % der Handwerksunternehmen sind im Ausland tätig. Knapp
4 % des Umsatzes wird dort erbracht. Das Handwerk setzt sich aus 94 höchst unterschiedlichen Gewerben recht heterogen zusammen. Neben den klassischen Schwerpunkten, wie z.B. Bau und Ausbau, Nahrung und Genuss, umfasst es auch einige hochtechnologische Bereiche, wie z.B. Feinmechanik und Metallbau. Das Handwerk ist größtenteils kleinbetrieblich strukturiert. Die handwerkliche Tätigkeit zeichnet sich durch flexible, kreative, eng am individuellen Kundenwunsch orientierte Spezialfertigung aus. Im Handwerk arbeiten überwiegend Fachkräfte. Neben der hohen Ausbildungsquote spielen Fortbildungsmaßnahmen im Sinne lebenslangen Lernens eine wichtige Rolle. Die Fortbildung zum Meister ist für die selbständige Ausübung 41 zulassungspflichtiger Handwerke nach wie vor in der Regel obligatorisch. Die Gefahrengeneigtheit und die Sicherung der Ausbildungsleistung machen dies erforderlich. In 53 zulassungsfreien Handwerken wird die Meisterprüfung freiwillig abgelegt.
Aktuelle Daten und Fakten zum Handwerk
Antwort der Bundesregierung auf die Große Anfrage der Fraktion der CDU/CSU und der Fraktion der FDP "Wirtschaftsmacht Handwerk - Impulse für Wachstum und Beschäftigung" (BT-Drucksache 17/5879, PDF des Dokumentations- und Informationssystems des Deutschen Bundestag).
Der Antrag der Regierungsfraktionen "Wirtschaftsmacht Handwerk - Kein Wachstum in Deutschland ohne das Handwerk" (BT-Drucksache 17/6457, PDF des Dokumentations- und Informationssystems des Deutschen Bundestag) wurde angenommen.