Energieprognosen und -szenarien
Energieprognosen und -szenarien vermitteln eine Vorstellung über die künftige Entwicklung der Energieversorgung. Basis derartiger Studien sind Annahmen zu langfristigen demographischen, ökonomischen, technologischen und politischen Trends. Mit Hilfe von Modellen, die komplexe Zusammenhänge möglichst wirklichkeitsnah abzubilden versuchen, wird ein umfassendes Bild der zukünftigen Energieversorgung entwickelt. Regierungen und Unternehmen nutzen die Erkenntnisse solcher Arbeiten zur Konzeption ihrer wirtschaftspolitischen und unternehmerischen Strategien.
Das BMWi beauftragt in etwa fünfjährigen Abständen unabhängige wissenschaftliche Forschungseinrichtungen mit der Erstellung einer energiewirtschaftlichen Referenzprognose. Die Prognose dient der Fundierung der öffentlichen energie- und umweltpolitischen Diskussion. Das BMWi nutzt diese Referenzprognose zur fachlichen Orientierung, macht sich die Ergebnisse jedoch nicht zu Eigen.
Die aktuellste Prognose mit dem Titel "Energiereport IV: Die Entwicklung der Energiemärkten bis zum Jahr 2030" wurde im Jahr 2005 vom Energiewirtschaftlichen Institut an der Universität zu Köln (EWI) und der Prognos AG vorgelegt. Die Referenzprognose gibt die aus Sicht der Gutachter wahrscheinlichste Entwicklung der Energiemärkte im genannten Zeitraum wieder. Wie die Vorgängerarbeiten geht sie über den Stand der aktuellen Politik hinaus und unterstellt eine Weiterentwicklung der heute geltenden Energie- und Klimapolitik. Kennzeichnend für die aktuelle Prognose ist die anhaltende Entkopplung von Wirtschaftswachstum und Energieverbrauch bei insgesamt rückläufigem Energieverbrauch. Der Energiereport IV wurde im Sommer 2006 um eine Darstellung (sog. Ölpreisvariante) ergänzt, die die Auswirkungen eines höheren Ölpreispfades untersucht.
Während Prognosen auf die Darstellung wahrscheinlicher Entwicklungen abzielen, dienen Szenarienarbeiten anderen Zwecken: Hier steht häufig im Vordergrund zu erkunden, unter welchen Bedingungen und mit Maßnahmen konkrete Einzelziele erreicht werden können. Die Aussagen von Prognosen und Szenarien lassen sich nur sehr eingeschränkt miteinander vergleichen.