Pariser Club
Was ist der Pariser Club?
Die Verschuldung von Staaten ist nach wie vor eines der Hauptprobleme der Weltwirtschaft. Im Pariser Club, der im Juni 2006 sein 50-jähriges Jubiläum feierte, sind die wichtigsten öffentlichen Gläubigerstaaten zusammengeschlossen, um koordinierte tragfähige Lösungen bei Zahlungsschwierigkeiten von Schuldnerländern zu finden. Der Anstoß für die Gründung des Pariser Club war der Gedanke, dass Verschuldungsprobleme nur gemeinsam von Schuldner- und Gläubigerregierrungen gelöst werden können.
Inzwischen hat der Pariser Club mehr als 400 Umschuldungsabkommen mit ca. 80 Entwicklungsländern und Schwellenländern mit Zahlungsproblemen geschlossen. Das Gesamtvolumen der umgeschuldeten oder annullierten Schulden übersteigt 500 Mrd. USD.
Die Mitgliederzahl des Pariser Club umfasst neben den OECD-Ländern auch Russland, das 1997 beigetreten ist sowie assoziierte Mitglieder wie etwa Portugal, Brasilien und Israel. Es ist durchaus möglich, dass auch wichtige Schwellenländer, wie Korea und China künftig Mitglieder des Pariser Club werden.
Der Pariser Club tagt in Paris unter Vorsitz eines ranghohen Vertreters der französischen Regierung, die das Sekretariat und den Konferenzraum zur Verfügung stellt. Der Pariser Club ist ein informelles Forum geblieben, die Verfahrensregeln werden von den Gläubigerländern im Konsens festgelegt und fortentwickelt. Inzwischen hat sich der Pariser Club neben IWF und Weltbank als eine zentrale Instanz etabliert, wenn es um die Bewältigung von staatlichen Zahlungskrisen geht.