Die Gruppe der G8
Schwerpunkte damals und heute
Ursprünglich diskutierten die zunächst sechs, dann sieben Staats- und Regierungschefs fast ausschließlich ökonomische Fragen. Daher auch die Bezeichnung als "Weltwirtschaftsgipfel". Die Gipfeltreffen waren informell und fanden im kleinen Kreis statt. Seit diesen Anfängen hat sich der Gipfelprozess stark verändert. Rund um die Gipfel entwickelte sich ein dichter Prozess der politischen Abstimmung zwischen den Regierungen. In den achtziger Jahren befassten sich die Gipfel angesichts des Einfalls der Sowjetunion in Afghanistan und des langjährigen Krieges zwischen Iran und Irak zunehmend auch mit außen- und sicherheitspolitischen Themen.
Vor dem Hintergrund des Umweltgipfels in Rio (1992), der nicht mehr tragfähigen Schulden in den afrikanischen Ländern und mit einem klaren Bekenntnis zu den Millenniumsentwicklungszielen der VN sprachen die Staats- und Regierungschefs in den 90er Jahren auch immer öfter über umwelt- und entwicklungspolitische Themen. Im neuen Jahrtausend erarbeitet die Gruppe der Acht nun auch effektive Lösungen für die globale Bedrohung durch den internationalen Terrorismus und befasst sich ausführlich mit der Entwicklung im Nahen und Mittleren Osten. Zu den weiteren Themen zählen die Gefahren, die von der Verbreitung von Massenvernichtungswaffen und von organisierter Kriminalität ausgehen. Auch Themen rund um den Klimawandel stehen zunehmend auf der Tagesordnung. Somit spiegeln sich in den Themen der G8 immer auch die wichtigen politischen Fragen ihrer Zeit. Das jeweilige Vorsitzland entscheidet letztlich über die Prioritätensetzung der G8-Agenda.