Wirtschaftliche Beziehungen - Angola
Handel
Das Erdölland Angola gehört seit 2007 zu den wichtigsten Handelspartnern Deutschlands im südlichen Afrika und ist seitdem in der Rangfolge des deutschen Außenhandels mit Subsahara-Afrika sowohl import- als auch exportseitig auf den vorderen Plätzen zu finden (gemäß vorläufigen Zahlen für 2011: 4. Platz bei der deutschen Einfuhr, 6. Platz bei der Ausfuhr). Im Hinblick darauf, dass der langjährige Bürgerkrieg erst 2002 beendet wurde, ist dies eine beachtliche Entwicklung. Die Diversifizierung der Wirtschaft geht jedoch nur langsam voran. Angolas Exporteinnahmen werden immer noch fast ausschließlich aus Rohöl (Anteil am Export rd. 85 %) bzw. Diamanten (5 %) erzielt. Somit schlagen sich Schwankungen in der Entwicklung des Weltmarktpreises auch in der deutschen Einfuhrstatistik entsprechend nieder.
Die in Angola vorhandenen umfangreichen Geschäftschancen, insbesondere beim Wiederaufbau der weitgehend zerstörten Infrastruktur (Transport, Energie, Telekommunikation, Gesundheit), aber auch z.B. in der Nahrungsmittelindustrie werden von deutschen Unternehmen noch relativ verhalten genutzt. Das Geschäftsklima in Angola ist trotz der von den Regierungen beider Länder verbesserter Rahmenbedingungen zur Entwicklung von Handel und Investitionen immer noch recht schwierig und der lokale Markt nach wie vor intransparent.
| 2008 | 2009 | 2010 | 2011* | Verändg. in % | |
| Gesamtvolumen in Mio. Euro | 852,6 | 549,7 | 488,5 | 1.133,8 | 132,1 |
| Deutsche Einfuhren in Mio. Euro | 468,6 | 252,1 | 227,5 | 883,5 | 288,4 |
Deutsche Ausfuhren | 384,0 | 297,6 | 261,0 | 250,3 | - 4,1 |
| Saldo | - 84,6 | 45,5 | 33,5 | - 633,2 |
*vorläufige Zahlen
Bei der deutschen Einfuhr aus Angola zeichnet sich nur sehr langsam ein Rückgang des Rohölanteils ab. Dieser hat sich 2011 auf 94 % verringert (im Vergleich 2010: 95,3 %, 2009: 97 %). Bestrebungen Angolas zur Diversifizierung des Exports beginnen 2012 zu greifen, wenn ab Ende des ersten Quartals durch die Inbetriebnahme der LNG-Anlage in Soyo der Flüssiggas-Export beginnt. Darüber hinaus soll durch Investitionen außerhalb des Ölsektors, v.a. in den Bereichen Bergbau, Energie sowie im Agrarbereich Angolas Wirtschaft auf eine breitere Basis gestellt werden.
Deutschland hat im Jahr 2011 im Wesentlichen Maschinen (46,2 % Anteil), Eisen und Eisenwaren (11,9 %), Erzeugnisse der Ernährungswirtschaft (8,6 %), elektrotechnische Erzeugnisse und Kraftfahrzeuge nach Angola exportiert.