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Wirtschaftliche Beziehungen - Algerien

Flagge von Algerien

Wirtschaftslage in Algerien

Algeriens Wirtschaftsentwicklung wird im Wesentlichen durch den Öl- und Gassektor sowie staatliche Investitionen bestimmt. Die Öl- und Gaswirtschaft generiert knapp 98% der Exporteinnahmen und trägt, je nach Energiepreis, zwischen 30 und 46% zum Bruttoinlandsprodukt bei. Die Einnahmen aus dem Rohstoffsektor bestreiten rund zwei Drittel des algerischen Haushalts. Ein weiteres Merkmal der algerischen Wirtschaft ist die Dominanz des Staates. Nach Angaben des IWF stehen seine Ausgaben für zwei Drittel des BIP außerhalb des Öl- und Gassektors.

Algerien ist aufgrund gestiegener Ölpreise mittlerweile so gut wie schuldenfrei. Die Auslandsverschuldung liegt unter 3% des BIP. Die Devisenreserven summierten sich 2010 auf prognostizierte 147,1 Mrd. US-Dollar. Die gute finanzielle Lage führt zu einem außerordentlich umfangreichen Ausgabenprogramm der algerischen Regierung.

Für 2010 schätzt der IWF das reale Wachstum des Bruttoinlandsproduktes auf 3,8%. 2011 wird mit einem Wachstum von 4,0% gerechnet. Wichtigste Bestimmungsfaktoren werden dabei die Entwicklung der Rohstoffpreise sowie das Ausgabenverhalten der algerischen Regierung sein. Dringendstes wirtschaftliches Problem ist die hohe Arbeitslosigkeit (v.a. unter jungen Menschen), die für das Jahr 2010 offiziell mit 10% angegeben wurde.

Algerien will die Diversifizierung und den Aufbau einer leistungsfähigen Industrie intensiver als bisher vorantreiben. Der algerische Fünfjahresplan für den Zeitraum von 2010 bis 2014 sieht Ausgaben in Höhe von 156 Mrd. US-Dollar vor. Rund 70% der Investitionen sollen in den Ausbau der Infrastruktur fließen. Schwerpunkte bilden der Wohnungsbau, der Neu- und Ausbau von Straßen und der Schienenverkehr. Weitere 130 Mrd. US-Dollar sollen für noch nicht abgeschlossene Großprojekte aufgewendet werden.

Die Liste der angekündigten Projekte im Rahmen des Fünfjahresplans ist lang. Im Fokus stehen u.a. der Ausbau der Wasserversorgung und -entsorgung sowie Bewässerungsprojekte. Das staatliche Gas- und Elektrizitätsunternehmen Sonelgaz plant den Bau neuer Gasturbinenkraftwerke. Für die Erweiterung des Stromnetzes sind bis 2020 Investitionen von rund 11,3 Mrd. US-Dollar vorgesehen.

Die ausländischen Direktinvestitionen lagen 2009 bei 2,85 Mrd. US-Dollar. Protektionistische und staatsdirigistische Maßnahmen haben seit 2009 zugenommen und dämpfen das Investitionsklima.



Kontakt

Referat V B 7
E-Mail: buero-vb7@bmwi.bund.de

Downloads

Gemischte Wirtschaftsgremien und Kooperationsräte

Stand: Mai 2012 PDF: 119,4 KB



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